Der Rüblikuchen wurde offiziell in der Schweiz erfunden. Heute möchte ich euch aber einmal die wahre Geschichte hinter dem Rüblikuchen * erzählen, die ihr sicherlich noch nicht kennt… 😉 Allerdings habe dafür nicht ich gebacken, sondern meine liebe Kollegin im Büro. Vielen Dank für den leckeren Kuchen und die Foto-Erlaubnis! (Rezept und Anleitung findet ihr unten im Beitrag…)

Vor langer, langer Zeit, in einem Dorf der Hasen, zuständig für die Möhren-Produktion, nicht für das Bemalen von Ostereiern, da lebte ein junger, kleiner Hase. Er war von unterdurchschnittlicher Statur, um nicht zu sagen, er war der kleinste Hase, den ihr jemals gesehen habt. Sein Name war Winzi, doch in der Hasenschule nannten sie ihn nur den kleinen Winzling. Neben seiner Statur hatte er noch eine weitere Besonderheit – er mochte keine Möhren. Das war ungewöhnlich, war er doch hineingeboren war in eine Hasenfamilie von Möhren-Produzenten. Dort gab es von morgens bis abends nur Möhren zu essen – Möhren-Rohkost zum Morgen, Möhrensuppe zum Mittag und gebratene Möhren zum Abend. Winzi war ziemlich unglücklich, denn er wollte weder Möhren essen noch wollte er Möhren anbauen. Dafür fühlte er sich auch viel zu kleine! Würdet ihr ihn mit einem Menschen vergleichen, so war er das Kind, das kein Gemüse mag. Obwohl Gemüse nicht nur gesund ist, sondern auch hervorragend schmeckt.

Winzis Haseneltern sorgten sich sehr um den kleinen Hasen. Sie wussten, er konnte nicht für immer in ihrem Hasendorf bleiben, denn er würde niemals Freude daran finden, Möhren zu produzieren. Also fragten sie den großen Hasen um Rat, der es ihnen schließlich – nach vielen missglückten Versuchen von allen Seiten, Winzi zum Möhren essen zu zwingen – gestattete, Winzi auf eine Reise zu schicken. Winzi sollte anderen Hasendörfer kennenlernen und sehen, dass dort alle Hasen ihrer Bestimmung nachgingen. So erhoffte sich der große Hase, dass Winzi zurückkehren würde, und Möhren nicht nur anbauen, sondern auch mit Genuss essen würde – als Möhren-Rohkost zum Morgen, Möhrensuppe zum Mittag und gebratene Möhren zum Abend. So und nicht anders. Winzis Eltern wollten dagegen einfach, dass er glücklich würde und eine Bestimmung fände.

Winzi erlebte auf seinen Reisen einige Abenteuer, er lernte viele Hasendörfer kennen und erlebte die unterschiedlichsten Dinge. Er besuchte Dörfer, in denen sie Ostereier für die Kinder bemalten, er besuchte Dörfer, in denen Osterhasen erzogen wurden, die später die bunten Eier an die Kinder verteilten. Er erlebte Hasendörfer, in denen Eier zum Aufhängen und Dekorieren bestückt wurden, er erlebte, dass Eier aus Schokolade gemacht wurden, hübsch verpackt und anschließend an die Kinder verteilt durch die Osterhasen. Und er erlebte es auch immer wieder, dass jemand scheinbar aus der Reihe tanzte. Es bestärkte ihn darin, dass es in Ordnung sei, kein Möhren-Produzent zu werden. Doch eine Bestimmung fand er dadurch nun wirklich noch nicht.

Schließlich jedoch, da landete er in einem Hasendorf, in dem buken die Häschen kleine Köstlichkeiten – Kekse in Ostereier-Form, Hasen aus Buskuit-Teig, ja sogar Kuchen direkt im Ei! Winzi war begeistert, genau so etwas wollte er auch machen. Aber er vermisste auch seine Eltern und seine Geschwister, er musste immer wieder an sie denken. Da kam ihm eines Tages der Gedanke, dass er doch vielleicht beides verbinden könne! Er hatte gelernt zu backen, nun musste er nur noch ein Rezept erfinden, in dem er die Möhren verbuk. Das hatten die Hasen in seinem Dorf noch nie gesehen, sie würden Augen machen… Also probierte er und probierte, musste schließlich selbst immer wieder kosten und dann – ja dann hatte er das perfekte Rezept für Möhrenkuchen entwickelt. Und vielleicht sogar ein bisschen Liebe für Möhren.

Stolz kehrte er schließlich in sein Hasendorf zurück. Die Freude war groß, dass er wieder nach Hause kam, aber auch die Neugier der anderen Hasen. Und so erzählte er gleich allen von all seinen Abenteuern, während er in der Küche seiner Eltern stand und Rüblikuchen für das ganze Hasendorf buk, deren Duft immer mehr von ihnen anlockte. Und was soll ich euch sagen – der Kuchen war köstlich! Doch nicht nur, dass er nun – in gewisser Weise – Gefallen an Möhren gefunden hatte, er hatte noch etwas anderes in Bewegung gesetzt.

In jedem Hasendorf, in dem er gewesen war, hatte er seine Geschichte erzählt, von seinen Abenteuern und Erlebnissen berichtet, die anderen Hasen an seinen Erfahrungen teilhaben lassen. Dadurch wollten nun auch andere Hasen mal etwas Neues ausprobieren. Und schließlich gab es nicht mehr das eine Dorf, das Möhren produzierte und das andere, das Ostereier bemalte. Schließlich ging jeder Hase seinen eigenen Interessen nach und es entstand eine bunte Mischung, aus der sich noch viel mehr Inspiration und Ideen ergaben, als nur ein kleiner Rüblikuchen, der all das in Gang gebracht hatte. Wobei – den leckeren Möhrenkuchen, den aßen sie bald in allen Hasenhäusern. Und verziert haben sie ihn – natürlich – mit Möhrchen.

Das war die Geschichte, wie die Möhren im Rüblikuchen landeten. Und hier nun das versprochene Rezept für den leckeren Rüblikuchen:

Das Rezept für Rüblikuchen stammt von Chefkoch. Es ist ein wirklich gutes Rezept, das ich euch auf jeden Fall empfehlen kann, wenn ihr Lust auf einen Kuchen zu Ostern (oder auch so) habt. Es gibt sogar ein Video zum Kuchen, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte und euch das Backen sicherlich erleichtern wird:

Habt ihr jetzt Lust auf Rüblikuchen? Was backt ihr so zu Ostern?

* Natürlich ist die Geschichte frei erfunden. Aber schön war’s, oder? Frohe Ostern!

2 Kommentare zu „Wie die Möhren im Rüblikuchen landeten (mit Rezept)

  1. Ach, was für eine niedliche Geschichte, liebe Carla!
    Mein Kommentar hinsichtlich Deiner Frage wurde zu lang, also bekommst Du ihn als Mail.
    LG Ingrid

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